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Badische Zeitung, 13.08.07

Reiner Kobe

Das Saxofon und das Biest
Der Jazz und seine große Tradition: Das Jürgen Hagenlocher Quartett und seine CD "episodes"

Auf dem Tenorsaxofon hat er einen gestochen scharf intonierten Ton, der in seiner Schärfe manchmal an das Altsax Charlie Parkers erinnert. “Das dürfte einfach meine Tonvorstellung sein”, sagt der Freiburger Jürgen Hagenlocher. "Mein Ideal ist dein sehr schmaler, scharfer und trotzdem möglichst weicher Ton, inspiriert von John Coltrane", ergänzt er. Als Revolutionär versteht sich der Tenorist nicht. Sein Instrument verträgt sich gut mit den durchaus kalkulierten Kompositionen, die er selber schreibt. Sie fügen sich nahtlos ein in die große Tradition des Jazz, reflektieren sie, hinterfragen sie mitunter.
Sieben Stücke hat Hagenlocher für ein neues Album verfasst, das er eben mit seinem Quartett veröffentlicht hat. Freilich finden sich auch zwei Standards. Sie sind für den Saxofonisten das Salz in der Suppe, auch wenn er glaubt, dass sie andernorts oft nur aus Marketinggründen gebracht werden. Doch bei ihm geht es um Jazz und dessen Tradition, die reflektiert wird. “All the things you are” und “On green dolphin street”, gespielt schon von vielen namhaften Interpreten, werden formal und harmonisch verändert und mit dem Sound des Quartetts in Einklang gebracht.

Der wird stark geprägt von der Orgel. Landsmann Thomas Bauser spielt das Biest, wie die Hammond-Orgel oft von Jazzspielern ebenso liebevoll wie respektvoll genannt wird. Mitte der vergangenen Dekade erlebte das Orgelspiel eine regelrechte Renaissance, was im Zeitalter digitaler Klangmaschinen nicht überraschen dürfte. Plötzlich wirkte der klassische Sound der Hammond wie der Inbegriff von "Wärme" und "Humanität". "Die Orgel ist etwas Besonderes. Sie ist das Zentrum des Quartetts", bekennt der Bandleader freimürig. Organist Thoams Bauser bildet mit Dano Haider eine Einheit, wie sie inder Jazzgeschichte oft vorkommt. Bei den Soli des einen liefert der andere den harmonischen Hintergrund und umgekehrt. Doch selten schwebt die Orgel mit den satten Akkorden davon. Meist baut Bauser dezente Unterfütterungen ein, wenn Hagenlocher mit scharfen Kanten zugange ist. Ungetrübt hält Jörg Eckel auf seinem Drum Set an federndem, entspanntem Swing fest. Sie ist eine Ohrenweide, diese Freiburger Band.

Vor vier Jahren nat sich der harte Kern des Quartetts um Hagenlocher und Bauser mit Haider zum Trio formiert. Man kannte sich vom Studium in Bern her und wollte in der Schwarzwaldstadt gemeinsame Sache machen. Als dann Jörg Eckel von Düsseldorf nach Freiburg zog, war das Quartett perfekt. Groß proben braucht man nicht mehr, da man sich mitlerweile blendend versteht. Zu Gigs verschickt Hagenlocher Noten oder vorbereitete Playbacks an die Kollegen, die an einem Tag dann gemeinsam erarbeitet werden. So ist es für den aus Paris anreisenden Dano Haider kein Problem, sich zurechtzufinden. Die "Hammond Jazz Night" im Ruefetto war bald geboren. Sie lockte eine feste Gemeinde in den Keller des lebhaften Cafe Ruef. Regelmäßig wurden Solisten wie Cecile Verny oder Morton Klein eingeladen, die andere Klangfarben beisteuern. Da es später zu Unstimmigkeiten mit dem Betreiber des Cafes kam, fand die Hammond Jazz Night vor einem Jahr im Jos-Fritz-Cafe ein neues Zuhause. Versteht sich, dass dort auch die neue CD vorgestellt wird.

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